Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Sprachatlas von Oberösterreich (SAO)

herausgegeben vom Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Eine Einführung in das gesamte Werk ist im Rahmen der vorliegenden Publikation des SAO noch nicht erschienen.

1.2 Kartenbände

Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich (1998ff.) (Hrsg.): Sprachatlas von Oberösterreich. Linz: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich.

Bd. 1: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich (Hrsg.) (1998ff.): Lautgeographie 1. Lieferung 1ff. Linz: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich.

Bd. 2: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich (Hrsg.) (2003ff.): Lautgeographie 2. Lieferung 7ff. Linz: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich.

Bd. 4: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich (Hrsg.) (2005ff.): Wortgeographie 1. Lieferung 9ff. Linz: Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Auf der Homepage des Herausgebers wird das Ziel des SAO wie folgt formuliert: „Der Sprachatlas von Oberösterreich (SAO) versteht sich primär als Teil der wissenschaftlichen Landeskunde Oberösterreichs und will das Wissen über die sprachlichen Grundlagen des Landes erweitern und vertiefen, dieses Wissen der Landesbevölkerung vermitteln und in allgemein verständlicher Weise zugänglich machen und letztlich die Wertschätzung der Dialekte des Landes als Teil oberösterreichischer Geschichte und Kultur verstärken.“ (Zugriff am 21.01.2015)

2.2 Erhebungsgebiet

Die 223 Erhebungsorte des SAO erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Wallern bis Obertraun und in westöstlicher Richtung von Asten bis Walthausen und auf die an Oberösterreich angrenzenden Regionen. Die Grundkarte I A (Maßstab 1: 600.000) zeigt die Lage des Erhebungsgebietes des SAO in Mitteleuropa , während auf der Grundkarte I B  (Maßstab 1: 600.000) politisch-verkehrsgeographische Informationen zum Erhebungsgebiet abgebildet sind. Grundkarte I C  (Maßstab 1: 600.000) führt die Landschaftsbezeichnungen des Erhebungsgebietes auf.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SAO wurden in den Jahren 1988–1998 erhoben.

2.4 Erhebungsmethode

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie von den Exploratoren vor Ort direkt aufgenommen wurden. Befragt wurden pro Erhebungsort zwischen fünf und zehn sowohl weibliche als auch männliche ortsansässige Dialektsprecher, meist fortgeschrittenen Alters aus der „autochtonen bäuerlichen Grundschicht“ (Scheuringer 1992: 272). Außerdem wurden Aufnahmen verwendet, die dem SAO vom Sprachatlas von Niederbayern (SNiB) und Sprachatlas von Oberbayern (SOB) zur Verfügung gestellt wurden.

Das SAO-Fragebuch ist in 8 Sachgebiete unterteilt und beinhaltet ca. 2.000 Fragen, mit deren Hilfe der Wortschatz und alle sprachgeographisch relevanten phonologischen und grammatischen Phänomene der oberösterreichischen Dialekte systematisch erfasst werden sollten. Für die Erhebung in Städten wurde ein Stadtfragebuch erarbeitet. Informationen über die verwendeten Fragebücher enthält die Grundkarte I D (Maßstab 1: 600.000).

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde.

2.6 Umfang

In Band 1, 2 und 4 des SAO sind bis Juli 2013 305 Karten zu phonetisch-phonologischen und 128 Karten zu lexikalischen Phänomenen sowie 4 außersprachliche Interpretamentkarten erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Homepage des Adalbert-Stifter-Instituts des Landes Oberösterreich.

Bibliographische Hinweise zu den Dialekten des oberösterreichischen Gebiets sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. SAO im Vorgängerprojekt DiWA

3.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 63 Karten des SAO ausgewählt, die 57 phonetisch-phonologische und 3 lexikalische Phänomene abbilden, sowie 3 außersprachliche Interpretamentkarten umfassen.

Die Karten wurden von Benedikt Fabian Naglik und Julia Stiegeler digital aufbereitet.

3.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h. bestimmten Punkten wurden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wird die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Schematische Darstellungen und das Fehlen eines Koordinatensystems auf den Karten des SAO führten trotz zahlreicher Geokodierungs- und Optimierungsversuche zu Abweichungen bei der Überblendung mit den Wenkerkarten in den Regionen Deggendorf, Salzburg und St. Koloman.

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

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