Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Sprachatlas von Niederbayern (SNiB)

herausgegeben von Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Eroms, Hans-Werner/Röder, Birgit und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (2006): Einführungsband mit Syntaxauswertung. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

1.2 Kartenbände

Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 1: Eroms, Hans-Werner/Röder, Birgit und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (2006): Einführungsband mit Syntaxauswertung. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 2: Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (2003): Wortgeographie I: Der Mensch und sein Umfeld. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 3: Ritt-Stadler, Sabine und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (2010): Lautgeographie: Vokalismus. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 4: Holzer, Elfriede (2005): Lautgeographie: Konsonantismus. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 5: Koch, Günter (2007): Formengeographie I: Verbum. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 6: Dicklberger, Alois (2006): Wortgeographie II: Zugtiere und Transportmittel. Wald und Holz. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 7: Meier, Gisela (2008): Formengeographie II: Nomen. In: Eroms, Hans-Werner und Spannbauer-Pollmann, Rosemarie (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Niederbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 5). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Hans-Werner Eroms, Birgit Röder und Rosemarie Spannbauer-Pollmann in ihrer Einleitung zum SNiB formulierte Ziel besteht darin, „die Erforschung des noch gesprochenen, bodenständigen Ortsdialekts, mit seinen eventuell noch vorhandenen kleinräumigen Verteilungen“ (Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 18) in Niederbayern durchzuführen.

2.2 Erhebungsgebiet

Die 221 Erhebungsorte des SNiB im Gebiet Niederbayern erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Arnbruck bis Kirchdorf am Inn und in westöstlicher Richtung von Riedenburg bis Breitenberg.

Die Grundkarte (Maßstab 1: 500.000) zeigt das Gebiet mit den Erhebungsorten sowie hydrographischen Informationen.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SNiB wurden von 1991 bis 1998 erhoben (vgl. Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 23–27).

2.4 Erhebungsmethode

Befragt wurden insgesamt 882 sowohl weibliche als auch männliche Dialektsprecher des Erhebungsgebietes des SNiB im Alter von über 65 Jahren (vgl. Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 18). Die Informanten waren in den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk tätig (vgl. Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 18). Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen und dann mittels Teuthonista transkribiert wurden (vgl. Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 18). Ein Überblick über das verwendete Lautsystem findet sich in der Einführung in den SNiB (Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 77–78). Die Fragebücher sind in 60 Sachgebiete unterteilt und beinhalten ca. 2.000 Fragen (vgl. Eroms/Röder/Spannbauer-Pollmann 2006: 14), mit deren Hilfe der Wortschatz und alle sprachgegographisch relevanten Laut-, Flexions- und Satzbauphänomene des niederbairischen Dialekts systematisch erfasst werden sollten.

Exploratoren des SNiB waren Beate Daniel, Alois Dicklberger, Elfriede Holzer, Hermann Scheuringer und Rosemarie Spannbauer-Pollmann.

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde. Neben der Aufschlüsselung der Symbole enthalten die Kartenlegenden zum Teil die Fragebuchnummer, die Erhebungsfrage und mittelhochdeutsche Bezugslaute. Darüber hinaus können auf REDE-Karten auch die Originalformen angezeigt werden.

2.6 Umfang

In Band 1–7 des SNiB sind 274 Karten zu phonetisch-phonologischen, 310 Karten zu morphologischen, 158 Karten zu lexikalischen und 196 Karten zu syntaktischen Phänomenen sowie acht außersprachliche Interpretamentkarten erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Homepage des SNiB. Weiteres Material zum SNiB ist über die Homepage der BayDat abrufbar. Für Informationen zu Zusatzprojekten s. Homepage des „Sprechenden Sprachatlasses von Niederbayern“ und Homepage des „Kleinen Bayerischen Sprachatlasses“.

Bibliographische Hinweise zu dem Dialekt des niederbayerischen Gebiets sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. Integration der Karten in REDE via Scan, Georeferenzierung und Datenbankerfassung

Die kartierten Daten des SNiB werden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu werden die für die Darstellung der linguistischen Informationen und Kartensymbole benötigten Zeichensätze zusammengestellt und auf ihrer Grundlage die Legenden für die einzelnen Karten erzeugt. Im nächsten Arbeitsschritt wird das Ortsnetz des Atlasses angelegt und mithilfe sprachgeographischer Werkzeuge die linguistischen Informationen der Sprachkarten mit den geographischen Informationen verknüpft. Nach Abschluss dieses Arbeitsschrittes wird jedem Erhebungsort einer Karte seine jeweilige linguistische Information zugewiesen und die Karten können aus der REDE-Datenbank generiert werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, werden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst. Wir danken dem Herausgeber für das freundliche Bereitstellen der Daten.

Mithilfe des oben beschriebenen Verfahrens wurden 577 Karten des SNiB im Projekt REDE bearbeitet und dem Nutzer zur Verfügung gestellt.

Die Karten wurden von Ellen Bartels, Alena Dörr, Karla Gutberlet, Theresa Wetter und Anneli Williams digital aufbereitet.

 

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

4. SNiB im Vorgängerprojekt DiWA

4.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 55 Karten des SNiB ausgewählt, die acht phonetisch-phonologische, 40 morphologische und zwei lexikalische Phänomene abbilden, sowie fünf außersprachliche Interpretamentkarten umfassen.

Die Karten wurden von Sven E. Peters, Benedikt Naglik und Katrin Ritte digital aufbereitet.

4.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h., bestimmten Punkten wurden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wurde die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Aufgrund verschiedener Faktoren wie des Fehlens eines Koordinatensystems, schematischer Darstellungen und unterschiedlicher Ausgangsprojektionen, Größen und Detailgrade der Grundkarte des SNiB können Abweichungen bei der Zielprojektion auftreten. Veränderungen der Flussläufe und das Fehlen eines Koordinatensystems führen zu Abweichungen bei der Überblendung mit den Wenker-Karten.

 

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