Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Tirolischer Sprachatlas (Tirol. SA)

herausgegeben von Klein, Karl Kurt und Schmitt, Ludwig Erich

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Ein gesonderter Einführungsband in den Tirol. SA liegt nicht vor. Die Einführung befindet sich im Kartenband Nr.1 des Tirol. SA. Zusätzlich ist jedem Kartenband eine Einführung zu den entsprechenden Karten vorangestellt.

1.2 Kartenbände

Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich und Kühebacher, Egon (1965–1971): Tirolischer Sprachatlas. Marburg: N. G. Elwert Verlag. (Deutscher Sprachatlas. Regionale Sprachatlanten Nr. 3: Tirolischer Sprachatlas). Marburg: N. G. Elwert Verlag.

Band 1: Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich und Kühebacher, Egon (1965): Vokalismus. In: Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich (Hrsg.) (1965–1971): Tirolischer Sprachatlas (Deutscher Sprachatlas. Regionale Sprachatlanten Nr. 3: Tirolischer Sprachatlas). Marburg: N. G. Elwert Verlag.

Band 2: Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich und Kühebacher, Egon (1969): Konsonantismus, Vokalquantität, Formenlehre. In: Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich (Hrsg.) (1965–1971): Tirolischer Sprachatlas (Deutscher Sprachatlas. Regionale Sprachatlanten Nr. 3: Tirolischer Sprachatlas). Marburg: N. G. Elwert Verlag.

Band 3: Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich und Kühebacher, Egon (1971): Wortatlas. In: Klein, Karl Kurt/Schmitt, Ludwig Erich (Hrsg.) (1965–1971): Tirolischer Sprachatlas (Deutscher Sprachatlas. Regionale Sprachatlanten Nr. 3: Tirolischer Sprachatlas). Marburg: N. G. Elwert Verlag.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Egon Kühebacher in seiner Einleitung formulierte Ziel des Tirol. SA besteht darin, Sprachdaten der phonetisch-phonologischen, morphologischen und lexikalischen Ebenen aus der Region Deutschtirol und den deutschen Sprachinseln in Welschtirol für die tirolischen Dialekte zu erheben und diese geographisch aufbereitet abzubilden, ehe sie „auch in dieser sprachlich so konservativen Gebirgsgegend der allgemeinen bairischen Umgebungssprache weichen“ (Klein/Schmitt 1965: 7). Mit diesem Vorhaben sollte die Arbeit von Bruno Schweizer zu Ende geführt werden, der in seinen Vorträgen auf die Notwendigkeit der Dokumentation der tirolischen Dialekte hinwies und wichtige Vorarbeiten für den Tirol. SA leistete.

2.2 Erhebungsgebiet

Die insgesamt 473 Erhebungsorte des Tirol. SA erstrecken sich über Deutschtirol, in nordsüdlicher Richtung vom österreichischen Erl an der deutschen Grenze bis Salurn in Norditalien und in westöstlicher Richtung von Stuben im Vorarlberg bis Oberdrauberg in Kärnten sowie über die deutschen Sprachinseln in Welschtirol: das Fersental bei Persen, die Sieben Gemeinden auf der Hochfläche von Asiago und die südlicher gelegenen Dreizehn Gemeinden um Giazza.

Auf der Grundkarte A  (Maßstab 1: 500.000) sind geographische Informationen zum Erhebungsgebiet des Tirol. SA zu sehen, die Grundkarte B  (Maßstab 1: 500.000) zeigt die Verteilung der Bevölkerung Tirols im Jahre 1961, während die Grundkarte C (Maßstab 1: 500.000) Informationen zu Siedlungsräumen und siedlungstrennenden Gebieten enthält. Auf der Grundkarte D (Maßstab 1: 500.000) sind die einzelnen Belegorte des Tirol. SA verzeichnet.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Datenerhebung für den Tirol. SA fand in den Jahren 1941 bis 1943 und 1960 statt.

2.4 Erhebungsmethode

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen und dann mittels einer von Bruno Schweizer entwickelten „sehr eigenwilligen Lautschrift“ (Klein/Schmitt 1965: 9) transkribiert wurden. Im Tirol. SA wird eine vereinfachte Form dieser Lautschrift verwendet. Ein Überblick über das verwendete Lautsystem findet sich in der Einführung in Band 1 des Tirol. SA.

Das von Bruno Schweizer erstellte Fragebuch war ursprünglich in 26 Sachgebiete unterteilt und beinhaltete 3.000 Fragen, mit deren Hilfe vor allem „wortgeographische und volkstümliche Phänomene der tirolischen Dialekte systematisch erfasst werden sollten“ (Klein/Schmitt 1965: 8). Dieses Fragebuch wurde 1943 auf ca. 700 Fragen zu 15 Sachgebieten gekürzt. Für die Aufnahmen von 1960 wurde eine neue Frageliste erarbeitet, die Kühebacher in der Einleitung zum 1. Band des Tirol. SA wie folgt beschreibt: „Die Grundlage unserer neuen Frageliste bildete der kleinere Fragebogen Schweizers, der durch Wortmaterial aus dem großen und einigen weiteren Fragen, die für die Lautgeographie ergiebig sind, erweitert wurde. Vor allem wurden die rein volkskundlichen Fragen ausgelassen. Die neue Frageliste umfasst nun 620 Wort- und Satzfragen (Klein/Schmitt 1965: 8).

Exploratoren des Tirol. SA waren Bruno Schweizer, Ottfried Alber, Friedl von Froenau, Karl Finsterwalder, Egon Kühebacher, Erich Seidelmann, Hans Moser, P. Elmar Schneider, Adolf Haslinger, Hans Schmid, Peter Costisella.

2.5 Kartierung

Auf den Sprachkarten sind Gebiete gleicher sprachlicher Merkmale durch Isoglossen zusammengefasst und mit einer Leitform versehen. Abweichende Formen sind durch Symbole an den entsprechenden Ortspunkten markiert. Diese werden über eine der Karte beigefügte Legende aufgeschlüsselt.

2.6 Umfang

Mit Abschluss der Arbeiten am Tirol. SA liegen 153 Karten zu phonetisch-phonologischen, 16 Karten zu morphologischen und 110 Karten zu lexikalischen Phänomenen in insgesamt 3 Bänden vor. Dem Werk sind 8 außersprachliche Interpretamentkarten beigegeben. Der erste Band ist 1965, der letzte Band 1971 erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Bibliographische Hinweise zu den Dialekten des tirolischen Gebiets sind in der

Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA)  zu finden.

 

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

3. Tirol. SA im Vorgängerprojekt DiWA

3.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 54 Karten des Tirol. SA ausgewählt, die 37 phonetisch-phonologische, 4 morphologische und 5 lexikalische Phänomene abbilden, sowie 8 außersprachliche Interpretamentkarten umfassen.

Die Karten wurden von Hanna Fischer, Julia Stiegeler und Svenja Watterodt digital aufbereitet.

3.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu werden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h. bestimmten Punkten wurden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wurde die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Obwohl das Koordinatensystem des Tirol. SA mit dem der Wenkerkarten übereinstimmt, kommt es trotz zahlreicher Geokodierungs- und Optimierungsversuche zu Abweichungen bei der Überblendung mit den Wenkerkarten in den Regionen der Flüsse Drau, Eisack und Etsch sowie den Gebietsgrenzenmarkierungen Tirols nach Italien hin bei Friaul.

 

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