Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Ergänzungskarten zum Deutschen Sprachatlas. Nacherhebungen in Süd- und Osteuropa (WEK)

von Wiesinger, Peter

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Eine Einführung in das gesamte Werk ist nicht erschienen.

1.2 Karten

Wiesinger, Peter (1962–1969): Ergänzungskarten zum Deutschen Sprachatlas. Nacherhebungen in Süd- und Osteuropa. Marburg: Handgezeichnet.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Peter Wiesinger in seinem Kommentartext (Wiesinger 2009) formulierte Ziel der WEK besteht darin, den „Deutschen Sprachatlas“ (1927–1956) um Karten zu ergänzen, die Sprachdaten der phonetisch-phonologischen und morphologischen Ebene aus den Gebieten abbilden, die sich im Süden und Südosten an das kartierte Areal des „Sprachatlas des deutschen Reichs“ anschließen, und „damit dialektgeographische Dokumentationen für den gesamten deutschsprachigen Raum zu erarbeiten“ (Wiesinger 2009).

2.2 Erhebungsgebiet

Die 9.561 Erhebungsorte der WEK in Süd- und Osteuropa erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Oppach bis Eisenkappel und in westöstlicher Richtung von Asch bis Bielitz. Außerdem sind mit den Regionen „Deutsch-Proben“ (ehemals Jugoslawien), Gottschee und Zips drei Sprachinseln erfasst. 9.063 Erhebungsorte liegen in Österreich, der Schweiz und der ehemaligen Tschechoslowakei. 485 Erhebungsorte befinden sich in Südtirol und 13 Erhebungsorte in Liechtenstein.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten der WEK wurden von 1926 bis 1933 erhoben: in Österreich von 1926 bis 1930, in der Schweiz von 1926 bis 1933 und in der ehemaligen Tschechoslowakei von 1926 bis 1929.

2.4 Erhebungsmethode

Die Datenerhebung fand indirekt mittels Wenkerfragebögen (40 Wenkersätze und 27 Einzelwörter) statt, die unter der Leitung von Anton Pfalz (Österreich, westliches Ungarn und Gottschee), Albert Bachmann (Schweiz) sowie Erich Bierach und Ernst Schwarz (ehemalige Tschechoslowakei) an die Schulen des Erhebungsgebiets versandt wurden.

Exploratoren waren Anton Pfalz, Albert Bachmann, Erich Gierach und Ernst Schwarz.

2.5 Kartierung

Das Erhebungsgebiet hat Wiesinger in fünf Teile gegliedert. Dabei existieren 78 Karten zum südwestlichen Teil, 85 zum nordwestlichen Teil, 85 zum nordöstlichen Teil und 75 zum südöstlichen Teil. Die Schweiz ist auf nur 19 West-Karten festgehalten. Die ebenfalls kartierten Sprachinseln „Deutsch-Proben”, „Gotschee”, „Zips” und „Zimbrisch” sind auf den Nordost- und Südwestkarten mitkartiert. 

Auf den Sprachkarten sind Gebiete gleicher sprachlicher Merkmale durch Isoglossen zusammengefasst und mit einer Leitform versehen. Abweichende Formen sind durch Symbole an den entsprechenden Ortspunkten markiert. Diese werden über eine der Karte beigefügte Legende aufgeschlüsselt. Die Legende zu den Einzelkarten „Deutsch-Proben“, „Gottschee“, „Zips“ und „zimbrisch“ befinden sich auf den Nordost- bzw. Südwestkarten.

2.6 Umfang

Die nach den Original-Wenker-Bögen unter Anleitung von Peter Wiesinger handgezeichneten WEK umfassen 396 Einzelkarten zu phonetisch-phonologischen und 194 Einzelkarten zu morphologischen Phänomenen. Die Karten wurden nicht publiziert. Sie befinden sich im Archiv des Forschungszentrums „Deutscher Sprachatlas“ in Marburg.

2.7 Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den WEK finden sich in Wiesinger (2009). Wir danken dem Autor für die freundliche Bereitstellung des Textes.

 

3. WEK im Vorgängerprojekt DiWA

3.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 575 WEK ausgewählt, die 382 phonetisch-phonologische und 193 morphologische Phänomene abbilden.

Die Karten wurden von Sara Dejanovic und Katharina Zahorak digital aufbereitet.

3.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h. bestimmten Punkten wurden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wurde die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Die Georeferenzierung der Karten ermöglichte außerdem die passgenaue Konduktion zusammengehöriger Einzelkarten zu einer das Gesamtgebiet umfassenden Karte. Bei den WEK sind die Teilkarten so zusammengefügt, dass sie geographisch den Raum zwar kontinuierlich abbilden, Informationen, die über den Kartenrand hinausgehen, jedoch nicht sichtbar sind. Dieser geringfügige Informationsverlust musste in Kauf genommen werden, da bei der z.T. mehrfachen Überlappung der Teilkarten die vielfache Überlagerung von geographischen und linguistischen Informationen dem Benutzer keine eindeutige Zuordnung erlauben würde. Die WEK lassen sich exakt mit den Karten des „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ überblenden.

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

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