Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Südwestdeutscher Sprachatlas (SSA)

herausgegeben von Steger, Hugo/Schupp, Volker und Gabriel, Eugen

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Steger, Hugo und Schupp, Volker (Hrsg.) (1993): Einleitung zum Südwestdeutschen Sprachatlas I. Marburg: N.G. Elwert.

Steger, Hugo und Schupp, Volker (Hrsg.) (1998): Einleitung zum Südwestdeutschen Sprachatlas II. Marburg: N.G. Elwert.

1.2 Kartenbände

Steger, Hugo/Gabriel, Eugen und Schupp, Volker (Hrsg.) (1989ff.): Südwestdeutscher Sprachatlas. Lieferung 1ff. Marburg: N. G. Elwert.

Band 1: Steger, Hugo/Gabriel, Eugen und Schupp, Volker (Hrsg.) (1989ff.): Grundkarten. Lieferung 1ff. Marburg: N. G. Elwert.

Band 2: Steger, Hugo/Gabriel, Eugen und Schupp, Volker (Hrsg.) (1989ff.): Lautgeographie. Lieferung 1ff. Marburg: N. G. Elwert.

Band 3: Steger, Hugo/Gabriel, Eugen und Schupp, Volker (Hrsg.) (1996ff.): Formengeographie. Lieferung 4ff. Marburg: N. G. Elwert.

Band 4: Steger, Hugo/Gabriel, Eugen und Schupp, Volker (Hrsg.) (1989ff.): Wortgeographie. Lieferung 1ff. Marburg: N. G. Elwert.

1.3 Kommentare

Steger, Hugo und Schupp, Volker (Hrsg.) (1997ff.): Kommentare zum Südwestdeutschen Sprachatlas. Lfg. 1–5. Marburg: N. G. Elwert.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Hugo Steger, Eugen Gabriel und Volker Schupp in ihrer Einleitung zum SSA formulierte Ziel besteht darin, „die heutigen Mundarten in den ehemaligen Regierungsbezirken Südbaden und Südwürttemberg darzustellen“ (Steger/Gabriel und Schupp 1989: 1).

Für weiterführende Informationen zum SSA siehe „Der Südwestdeutsche Sprachatlas“ in „Die Sprachatlanten des schwäbisch-alemannischen Raumes“ von König/Schrambke (1999: 102–115). Da der Text vor Abschluss der vollständigen Publikation des SSA erschien, können Diskrepanzen zwischen den darin enthaltenen Angaben (z. B. Kartenanzahl, Erscheinungsjahr) und den hier zur Verfügung gestellten Informationen bestehen. Wir danken den Autoren für die freundliche Bereitstellung des Textes.

2.2 Erhebungsgebiet

Die 579 Erhebungsorte des SSA im Gebiet der ehemaligen Regierungsbezirke Südbaden und Südwürttemberg erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Neuburgweier bis Bad Säckingen und in west-östlicher Richtung von Rheinweiler bis Oberelchingen. Die „Dialektometrische Grundkarte“ (Maßstab 1: 600.000) zeigt Informationen zu den Einzugsgebieten der einzelnen Aufnahmeorte des SSA, während auf der „Ortsnamenfolie“ (Maßstab 1: 600.000) die Namen der betreffenden Orte, die Verteilung der Exploratoren sowie die früheren Landes- und Kreisgrenzen im Erhebungsgebiet abgebildet sind.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SSA wurden von 1974 bis 1986 erhoben.

2.4 Erhebungsmethode

Befragt wurden insgesamt 2.123 sowohl weibliche als auch männliche Dialektsprecher aus kleinen Dörfern und kleineren Städten des Erhebungsgebietes des SSA. „Die Gpn. sollten nicht unter 60 Jahre alt sein, beruflich in der Landwirtschaft tätig oder tätig gewesen, am Aufnahmeort geboren und aufgewachsen sein und möglichst nicht über längere Zeit von diesem entfernt gelebt haben. Wünschenswert war außerdem, daß Eltern und Ehefrau/Ehemann ebenfalls aus dem Aufnahmeort stammten. […] In kleineren, ländlich geprägten Städten waren als Vertreter der stadtsprachlichen Grundvariante Gpn. mit landwirtschaftlicher Berufszugehörigkeit heranzuziehen, in größeren Kommunen Gpn. aus der Handwerker- und Industriebevölkerung“ (Steger/Gabriel und Schupp 1993: 34).

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen und dann mittels Teuthonista transkribiert wurden. Ein Überblick über das verwendete Lautsystem findet sich im Forschungsbericht für den SSA (Steger/Gabriel und Schupp 1983: 47). Das Fragebuch des SSA ist in 56 Sachgebiete unterteilt und beinhaltet ca. 2.200 Fragen, mit deren Hilfe der Wortschatz und alle sprachgeographisch relevanten Laut- und Flexionsphänomene des südbadischen und südwürttembergischen Dialekts systematisch erfasst werden sollten.

Exploratoren des SSA waren Eugen Gabriel, Werner König, Joseph Meier, Eberhard Platzek, Renate Schrambke, Erich Seidelmann und Erika Werlen.

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanistischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde. Darüber hinaus können auf REDE-Karten auch die Originalformen angezeigt werden.

2.6 Umfang

In den Bänden 1–4 des SSA sind 291 Karten zu phonetisch-phonologischen, 75 Karten zu morphologischen und 144 Karten zu lexikalischen Phänomenen sowie zehn außersprachliche Interpretamentkarten erschienen. Die erste Lieferung des SSA ist 1989, die letzte 2011 erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Homepage des Südwestdeutschen Sprachatlas.

Bibliographische Hinweise zu den Dialekten des südbadischen und südwürttembergischen Gebiets sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. Integration der Karten in REDE via Scan, Georeferenzierung und Datenbankerfassung

Die kartierten Daten des SSA wurden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu wurden die Karten zunächst gescannt, geokodiert und rektifiziert. Das heißt bestimmten Passpunkten der gescannten Karte wurden Koordinaten zugewiesen, anhand derer eine Ausrichtung am Zentralmeridian der zugrunde liegenden Projektion ermöglicht wird. Die so bearbeiteten Karten können unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinander gelegt und miteinander verglichen werden. Anschließend wurden die für die Darstellung der linguistischen Informationen und Kartensymbole benötigten Zeichensätze zusammengestellt und auf ihrer Grundlage die Legenden für die einzelnen Karten erzeugt. Im nächsten Arbeitsschritt wurde das Ortsnetz des Atlasses angelegt und mithilfe spezieller Tools die linguistischen Informationen der Sprachkarten mit den geographischen Informationen verknüpft. Nach Abschluss dieses Arbeitsschrittes ist jedem Erhebungsort einer Karte seine jeweilige linguistische Information zugewiesen und die Karten können aus der REDE-Datenbank generiert werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst.

Mithilfe der oben beschriebenen Verfahren wurden 498 Karten des SSA bearbeitet und dem REDE-Nutzer zur Verfügung gestellt. Zehn Karten, die „dem Benutzer des Sprachatlas grundlegende Informationen zum Gebrauch des Atlas bzw. Hilfen zur Interpretation der Atlaskarten geben“ (Steger/Schupp 1997: 3), sind nur als georeferenzierte und rektifizierte Rasterkarten abrufbar. Die gleiche Bearbeitung haben 12 dialektometrische Karten erfahren.

Die Karten wurden von Luise Dallendörfer, Manuel Hoos und Verena Wagner digital aufbereitet.

 

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

4. SSA im Vorgängerprojekt DiWA

4.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 101 Karten des SSA ausgewählt, die 49 phonetisch-phonologische, 40 morphologische und drei lexikalische Phänomene abbilden, sowie neun außersprachliche Interpretamentkarten umfassen.

Die Karten wurden von Benedikt Naglik, Claudia Schönfelder Garcia und Julia Stiegeler digital aufbereitet.

4.2 Überblendung mit den Karten das Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h. bestimmten Punkten wurden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wurde die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Schematische Darstellungen und das Fehlen eines Koordinatensystems auf den Karten des SSA führten trotz zahlreicher Geokodierungs- und Optimierungsversuchen zu Abweichungen bei der Überblendung mit den Wenkerkarten.

 

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