herausgegeben von Peter H. Nelde

 

Inhalt

1. Zitation

1.1 Einführung

1.2 Kartenband

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

2.2 Erhebungsgebiet

2.3 Erhebungszeitraum

2.4 Erhebungsmethode

2.5 Kartierung

2.6 Umfang

2.7 Weitere Informationen

3. Integration der Karten in REDE

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Eine gesonderte Einführung in den „Wortatlas der deutschen Umgangssprache in Belgien“ liegt nicht vor. Diese befindet sich im Kartenband des „Wortatlas der deutschen Umgangssprachen in Belgien“.

1.2 Kartenband

Nelde, Peter H. (Hrsg.) (1988): Wortatlas der deutschen Umgangssprache in Belgien. Stuttgart: Francke Verlag.

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Peter H. Nelde in seiner Einleitung formulierte Ziel des WDUB besteht darin, Sprachdaten der lexikalischen Ebene aus den Regionen Neubelgien und Altbelgien für die deutschen Umgangssprachen zu erheben und diese geographisch aufbereitet abzubilden. Grund dafür ist, dass „[d]iese Heterogenität auf kleinstem Raum […] eine Reihe sprachlicher Einflüsse erwarten [lässt], die sich nicht unbedingt mit der Sprachentwicklung in den benachbarten Rheinlanden decken. Die gestörten, nicht kontinuierlichen standarddeutschen Einwirkungen, die staatsbelgischen Einflüsse, der Druck des Französischen, national bedingte unterschiedliche Benennungsweisen, Archaismen, entsprechungslose Termini in den Umgangssprachen erfordern eine detaillierte Befragung des Wortgebrauchs in allen sechs Gebieten, die dem spezifischen Charakter dieses Grenzlandes Rechnung trägt“ (Nelde 1988: 11).

2.2 Erhebungsgebiet

Die 37 Belegorte des WDUB im Gebiet des deutschsprachigen Raumes in Belgien erstrecken sich in nord-südlicher Richtung von Sippenaken (frz. Sippenaeken) bis Ibingen (frz. Aubange) und in west-östlicher Richtung von Herzig (frz. Hachy) bis Manderfeld.

Die Grundkarte umfasst die sechs Gebiete in Belgien mit deutscher Muttersprache.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des WDUB wurden von 1981–1985 erhoben (vgl. Nelde 1988: 12).

2.4 Erhebungsmethode

Befragt wurden sowohl weibliche als auch männliche ortsansässige Sprecher aus Orten des Erhebungsgebietes, wobei „der Altersdurchschnitt des Ortes sich in der Befragung widerspiegeln sollte“ (Nelde 1988: 12). Die Informanten waren überwiegend als Landwirte, Pendelarbeiter oder Hausfrauen tätig.

Die Sprachdaten wurden direkt in Form von Gruppengesprächen erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen wurden. Der Fragebogen umfasste 185 Fragen, von denen 60 für den Atlas übernommen wurden (vgl. Nelde 1988: 12–13).

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde.

Beispiel aus Nelde (1988): Kt. 6  schwatzen (Altbelgien Nord und Mitte, Neubelgien)

2.6 Umfang

Der WDUB umfasst insgesamt 120 Teilkarten zu lexikalischen Phänomenen (jeweils 60 Teilkarten für die Region Altbelgien Nord und Mitte, Neubelgien und für die Region Altbelgien Süd) sowie fünf Interpretamentkarten. Der Atlas liegt seit 1988 in einem Band publiziert vor.

2.7 Weitere Informationen

Bibliographische Hinweise zu den deutschen Umgangssprachen in den Gebieten Alt- und Neubelgien sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

3. Integration der Karten in REDE

Die kartierten Daten des WDUB wurden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu wurden die Karten zunächst gescannt, geokodiert und rektifiziert. Das heißt bestimmten Passpunkten der gescannten Karte wurden Koordinaten zugewiesen, anhand derer eine Ausrichtung am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ermöglicht wird. Die so bearbeiteten Karten können unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinandergelegt und miteinander verglichen werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst.

Mithilfe der oben beschriebenen Verfahren wurden alle 125 Karten des WDUB bearbeitet und dem REDE-Nutzer zur Verfügung gestellt.

Die Karten wurden von Carolin Bächt, Lewis Czerwinski, Adil Kalekov, Ronja Kallweit, Saskia Peter, Jeffrey Pheiff, Thuy Quach und Manon Sommer digital aufbereitet.