von Wolfgang Kleiber, Konrad Kunze und Heinrich Löffler
Inhalt
1. Zitation
1.1 Einführung
1.2 Kartenband
2. Werkbeschreibung
2.1 Hintergründe
2.2 Erhebungsgebiet
2.3 Datengrundlage
2.4 Kartierung
2.5 Umfang
2.6 Weitere Informationen
3. Integration der Karten in REDE via Scan und Georeferenzierung
4. Zitierte Literatur
1. Zitation
Kleiber, Wolfgang / Kunze, Konrad und Löffler, Heinrich (1979b): Historischer Südwestdeutscher Sprachatlas. Aufgrund von Urbaren des 13. bis 15. Jahrhunderts. Band 2: Karten. Einführung, Haupttonvokalismus, Nebentonvokalismus, Konsonantismus. Bern / München: Francke Verlag (Bibliotheca Germanica 22B).
1.1 Einführung
Kleiber, Wolfgang / Kunze, Konrad und Löffler, Heinrich (1979a): Historischer Südwestdeutscher Sprachatlas. Aufgrund von Urbaren des 13. bis 15. Jahrhunderts. Band 1: Text. Einleitung, Kommentare und Dokumentationen. Bern / München: Francke Verlag (Bibliotheca Germanica 22A).
2. Werkbeschreibung
2.1 Hintergründe
Das von Wolfgang Kleiber in seiner Einführung zum HSS formulierte Ziel besteht darin, die geographische Variation der mittelalterlichen Schreibung mit Hilfe des Verfahrens der Schreibortlokalisation zu erfassen (vgl. Kleiber / Kunze / Löffler 1979a: 25). Damit schafft der HSS die Untersuchungsgrundlage „[…] für spätere historisch-phonologische (phonetische) Interpretationen“ (Kleiber / Kunze / Löffler 1979a: 48) der Ergebnisse.
Weiterführende Informationen zum Atlas finden sich in „Der Historische Südwestdeutsche Sprachatlas“ in „Die Sprachatlanten des schwäbisch-alemannischen Raumes“ (König / Schrambke 1999: 139–144). Wir danken den Autoren für die freundliche Bereitstellung des Textes.
2.2 Erhebungsgebiet
Die Urbare, welche die Quellenbasis des HSS bilden, stammen aus 114 Schreiborten Südwestdeutschlands. Das Erhebungsgebiet des HSS „[…] erstreckt sich im Osten bis zum Lech, im Norden bis zum Main; im Süden ist die Schweiz nicht dabei, aber im Westen das Elsaß“ (König / Schrambke 1999: 139). Somit konzentrieren sich die Untersuchungen des HSS auf den nordalemannischen Sprachraum und schließen Teile des südfränkischen und westmitteldeutschen Sprachraums mit ein (vgl. Kleiber / Kunze / Löffler 1979a: 30). Die Grundkarte E 2 (Maßstab 1: 1.000.000) zeigt das Ortsnetz des HSS mit den Schreiborten.
2.3 Datengrundlage
Die Urbare stammen aus dem Zeitraum von circa 1280 bis 1430 (Kleiber / Kunze / Löffler 1979a: 6).
Die Datengrundlage des HSS bilden 351 Urbare des 13. bis 15. Jahrhunderts. „Urbare sind Schriftdokumente grundherrschaftlicher Güteradministration, welche liegende Güter […] samt Inhabern […] aufzeichnen“ (Kleiber / Kunze / Löffler 1979a: 9). Urbare sind ortsbezogene mittelalterliche Urkunden, die ohne Intention auf „überregionale Verständigung“ (Kunze 1982: 169) geführt wurden. Im Rahmen der Arbeiten am HSS wurden die Urbare systematisch ausgewertet. Zunächst wurde zwischen den verschiedenen Schreibern differenziert. Dann wurden die Belege in Form von 20 Ortsgrammatiken interpretiert und in einem abschließenden Schritt in einer Gesamtgrammatik zusammengefasst. Um die entstandenen Ergebnisse übersichtlicher darzustellen, wurde der ursprüngliche Plan, die Ortsgrammatiken und die umfangreiche Gesamtgrammatik zu publizieren, aufgegeben und die Ergebnisse wurden mittels graphischer Symbole kartiert (vgl. Kunze 1982: 169). Ein Überblick über die verwendeten Symbole findet sich in Band 1 des HSS (Kleiber / Kunze / Löffler 1979a: 54–56).
2.4 Kartierung
Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde. Auf einigen Sprachkarten sind Gebiete gleicher sprachlicher Merkmale durch Isoglossen zusammengefasst und mit einer Leitform versehen. Abweichende Formen sind durch Symbole an den entsprechenden Ortspunkten markiert. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde.

Beispiel aus Kleiber / Kunze / Löffler (1979a): Bd. 2, Kt. 1
2.5 Umfang
Mit Abschluss der Arbeiten am HSS liegen 237 Karten zu 220 graphemischen, drei lexikalischen und jeweils eine Karte zu morphologischen und lautlichen Phänomenen in einem Band vor. Dem Werk sind außerdem zwölf außersprachliche Interpretamentkarten beigegeben. Der HSS ist 1979 erschienen.
2.6 Weitere Informationen
Bibliographische Hinweise zu den Dialekten des Erhebungsgebiets sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.
3. Integration der Karten in REDE via Scan, Georeferenzierung und Datenbankerfassung
Die kartierten und georeferenzierten Daten des HSS wurden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Die so bearbeiteten Karten können unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinandergelegt und miteinander verglichen werden. Anschließend wurden die für die Darstellung der linguistischen Informationen und Kartensymbole benötigten Zeichensätze zusammengestellt und auf ihrer Grundlage die Legenden für die einzelnen Karten erzeugt. Im nächsten Arbeitsschritt wurde das Ortsnetz des Atlasses angelegt und mithilfe spezieller Tools die linguistischen Informationen der Sprachkarten mit den geographischen Informationen verknüpft. Nach Abschluss dieses Arbeitsschrittes ist jedem Erhebungsort einer Karte seine jeweilige linguistische Information zugewiesen und die Karten können aus der REDE-Datenbank generiert werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst.
Mithilfe der oben beschriebenen Verfahren wurden alle 237 Karten des „Historischen Südwestdeutschen Sprachatlas“ bearbeitet und dem REDE-Nutzer zur Verfügung gestellt.
4. Zitierte Literatur
Kleiber, Wolfgang / Kunze, Konrad und Löffler, Heinrich (1979a): Historischer Südwestdeutscher Sprachatlas. Aufgrund von Urbaren des 13. bis 15. Jahrhunderts. Band 1: Text. Einleitung, Kommentare und Dokumentationen. Bern / München: Francke Verlag (Bibliotheca Germanica 22A).
König, Werner / Schrambke, Renate (1999): Die Sprachatlanten des schwäbisch-alemannischen Raumes. Baden-Württemberg, Bayerisch-Schwaben, Elsaß, Liechtenstein, Schweiz, Vorarlberg. Bühl: Konkordia-Verlag (= Themen der Landeskunde 8).
Kunze, Konrad (1982): Der „Historische Südwestdeutsche Sprachatlas“ als Muster historischer Dialektgeographie. In: Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung, Hrsg. von Werner Besch, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke, Herbert Ernst Wiegand. Walter De Gruyter: Berlin / New York, 169–177. (HSK Bd. 1.1).