Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Sprachatlas von Mittelfranken (SMF)

herausgegeben von Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003): Sprachatlas von Mittelfranken. Einführung. Unter Mitarbeit von Sybille Reichel, Steffen Arzberger, Thurid Heyse, Alexander Mang, Horst Haider Munske, Karin Rädle, Stefanie Rigoll, Gerhard Rost, Claudia Rudisch und Cosima Schlichte. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

1.2 Kartenbände

Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 1: Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003): Sprachatlas von Mittelfranken. Einführung. Unter Mitarbeit von Sybille Reichel, Steffen Arzberger, Thurid Heyse, Alexander Mang, Horst Haider Munske, Karin Rädle, Stefanie Rigoll, Gerhard Rost, Claudia Rudisch und Cosima Schlichte. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 2.1: Arzberger, Steffen/Klepsch, Alfred/Mang, Alexander/Rädle, Karin/Reichel, Sybille/Rigoll, Stefanie/Rost, Gerhard und Rudisch, Claudia (2004): Mittelhochdeutsche Langvokale und Diphthonge. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 2.2: Arzberger, Steffen/Klepsch, Alfred/Mang, Alexander/Rädle, Karin/Reichel, Sybille/Rigoll, Stefanie/Rost, Gerhard und Rudisch, Claudia (2004): Mittelhochdeutsche Langvokale und Diphthonge: Karten und Kommentare. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 3: Rädle, Karin (2014): Mittelhochdeutsche Kurzvokale. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 4: Grüner, Michaela und Rudisch, Claudia (2007): Mittelhochdeutsche Konsonanten. Unter Mitarbeit von Alfred Klepsch, Alexander Mang, Karin Rädle und Sybille Reichel. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 5: Arzberger, Steffen und Rigoll, Stefanie (2006): Wortschatz. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 6: Mang, Alexander (2004): Sprachregion Nürnberg. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 7: Heyse, Thurid/Klepsch, Alfred/Mang, Alexander/Reichel, Sybille und Arzberger, Steffen (2007): Morphologie und Syntax. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 8: Wollin, Markus (2010): Wortschatz II. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

1.3 Dokumentation und Auswertung

Munske, Horst Haider/Mathussek, Andrea (2013): Handbuch zum Sprachatlas von Mittelfranken. Dokumentation und Auswertung. (Schriften zum Bayerischen Sprachatlas: Band 9). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Horst Haider Munske und Alfred Klepsch in ihrer Einleitung zum SMF formulierte Ziel besteht darin, „die Dialekte des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken auf der Grundlage einer umfassenden direkten Erhebung in wissenschaftlicher Form [zu] dokumentieren. […] Deshalb wird im Sprachatlas von Mittelfranken (SMF) so vollständig wie möglich die älteste in der ländlichen Bevölkerung verbreitete Mundart dargestellt; daneben möchten wir aber auch (in Band VI) am Beispiel des Nürnberger Ballungsraums zeigen, wie sich der Dialekt in der jüngeren Generation gewandelt hat“ (Klepsch 2003: V).

2.2 Erhebungsgebiet

Die 167 Erhebungsorte des SMF im Gebiet Mittelfranken erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Wachenroth bis Langenaltheim und in westöstlicher Richtung von Reusch bis Heldmannsberg. Die Karte „Erhebungsorte des SMF“ (Maßstab 1: 500.000) zeigt das Gebiet mit den Erhebungsorten sowie orohydrographische Informationen, während auf der Karte „Sprachräume in Mittelfranken“ (Maßstab 1: 500.000) die Grenzen der verschiedenen Sprachräume abgebildet sind.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SMF wurden von 1989–1998 erhoben.

2.4 Erhebungsmethode

Befragt wurden insgesamt 555 sowohl weibliche als auch männliche ortsfeste Dialektsprecher aus kleinen Ortschaften des Erhebungsgebietes des SMF, die vor 1935 im jeweiligen Ort geboren wurden und in der Landwirtschaft tätig waren (vgl. Klepsch 2003: 39).

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen und dann mittels Teuthonista transkribiert wurden. Ein Überblick über das verwendete Lautsystem findet sich in der Einführung in den SMF (Klepsch 2003: 45). Das Fragebuch ist in 55 Sachgebiete unterteilt und beinhaltet 2.808 Fragen, mit deren Hilfe der Wortschatz und alle sprachgeographisch relevanten Laut-, Flexions- und Satzbauphänomene des mittelfränkischen Dialekts systematisch erfasst werden sollten (vgl. Klepsch 2003: 38).

Exploratoren des SMF waren Johannes Bauer, Gabriele Diewald, Margit Feyerlein, Stefanie Fuchs, Wolfgang Gräbel, Alfred Klepsch, Rudolf Kleinöder, Alexander Mang, Sybille Reichel, Cosima Schlichte, Wolfgang Schwarz und Gunther Schunk.

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Um die Vergleichbarkeit der Karten zu erleichtern, wurden die Sprachinformationen außerdem durch farbig unterlegte Flächen deutlich gemacht oder durch Isoglossen voneinander abgetrennt (vgl. Klepsch 2003: 71, 73). Die Aufschlüsselung der Symbole und Farben erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde.

2.6 Umfang

Mit Abschluss der Arbeiten am SMF liegen 768 Karten zu phonetisch-phonologischen, 206 Karten zu morphologischen, 160 Karten zu lexikalischen und 16 Karten zu syntaktischen Phänomenen sowie 38 außersprachliche Interpretamentkarten vor. Der erste Band ist 2003, der letzte Band 2014 erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Bibliographische Hinweise zu dem Dialekt des mittelfränkischen Gebiets sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. Integration der Karten in REDE via Scan und Georeferenzierung

Die kartierten Daten des SMF wurden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu wurden die Karten zunächst gescannt, geokodiert und rektifiziert. Das heißt bestimmten Passpunkten der gescannten Karte wurden Koordinaten zugewiesen, anhand derer eine Ausrichtung am Zentralmeridian der zugrunde liegenden Projektion ermöglicht wird. Die so bearbeiteten Karten können unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinander gelegt und miteinander verglichen werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst.

Mithilfe des oben beschriebenen Verfahrens wurden 549 Karten des SMF im Projekt REDE bearbeitet und dem Nutzer zur Verfügung gestellt.

Die Karten wurden von Alena Dörr, Marlene Helmling, Mona Kellermann und Verena Wagner digital aufbereitet.

 

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

4. SMF im Vorgängerprojekt DiWA

4.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 110 Karten des SMF ausgewählt, die 74 phonetisch-phonologische, 16 morphologische und 2 lexikalische Phänomene abbilden sowie 18 außersprachliche Interpretamentkarten umfassen.

Die Karten wurden von Benedikt Naglik, Johanna-Lena Paulsen und Julia Stiegler digital aufbereitet.

4.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h. bestimmten Punkten werden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wurde die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Schematische Darstellungen und das Fehlen eines Koordinatensystems auf den Karten des SMF führten trotz zahlreicher Geokodierungs- und Optimierungsversuche zu Abweichungen bei der Überblendung mit den Wenkerkarten in der Region Rednitz.

 

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