Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Sprachatlas von Oberbayern (SOB)

herausgegeben von Eichinger, Ludwig M.

Für die Publikation in REDE bearbeitet von Alois Dicklberger.

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Eine Einführung in das gesamte Werk des SOB liegt nicht vor. Jedem Kartenband ist eine Einführung zu den entsprechenden Karten vorangestellt.

1.2 Kartenbände

Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 1: Knoerrich, Isabel (2011): Phonologie I. Langvokale und Diphthonge. In: Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 2: Maiwald, Cordula (2010): Phonologie II. Vokalismus. Kurzvokale und Konsonantismus. In: Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 3: Maiwald, Cordula (2008): Verbmorphologie. In: Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 4: Lau, Tatjana (2008): Nominalmorphologie. In: Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 5: Knoerrich, Isabel/Krieg-Holz, Ulrike/Lau, Tatjana/Maiwald, Cordula/Stör, Bernhard (2010): Lexik 1. Landwirtschaft. In: Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 6: Krieg-Holz, Ulrike (2009): Lexik 2. Der Mensch und seine Umgebung. In: Eichinger, Ludwig M. (Hrsg.) (2008ff.): Sprachatlas von Oberbayern. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 6). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das von Ludwig M. Eichinger in der Einleitung zu Bd. 1 des SOB formulierte Ziel besteht darin, „durch direkte Erhebung die älteste noch gesprochene Dialektschicht zu erfassen“ (Knoerrich 2011: 3).

2.2 Erhebungsgebiet

Die 350 Erhebungsorte des SOB erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Kevenhüll bis Mittenwald und in westöstlicher Richtung von Holzhausen bei Buchloe bis Haiming.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SOB wurden von 1991 bis 1998 erhoben.

2.4 Erhebungsmethode

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen und dann mittels Teuthonista transkribiert wurden.

Exploratoren des SOB waren Isabel Knoerrich, Cordula Maiwald, Angelika Stieß, Bernhard Stör, Rosemarie Spannbauer-Pollmann, Armin Schrenk, Matthias Kristlbauer, Konrad Gierl und Daniel Nützel.

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanistischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde. Darüber hinaus können auf REDE-Karten auch die Originalformen angezeigt werden.

2.6 Umfang

Mit Abschluss der Arbeiten am SOB liegen 252 Karten zu phonetisch-phonologischen, 160 Karten zu morphologischen und 248 Karten zu lexikalischen Phänomenen in insgesamt 6 Bänden vor. Den Bänden 1–4 und 6 ist je eine außersprachliche Interpretamentkarte beigegeben. Band 5 enthält zwei außersprachliche Interpretamentkarten. Der erste Band ist 2008, der letzte Band 2011 erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Bibliographische Hinweise zu dem Dialekt des SOB sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. Integration der Karten in REDE via Datenbankimport

Die Integration der SOB-Karten in REDE erfolgte in enger Kooperation mit Alois Dicklberger (Passau), der die Einzelrohdaten der Karten manuell in ein maschinell lesbares Format konvertierte und die Datensätze zu vollständigen Karten zusammenführte. Nach diesen Arbeitsschritten wurden die kartierten Daten des SOB in die REDE-Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu wurden die für die Darstellung der linguistischen Informationen und Kartensymbole benötigten Zeichensätze zusammengestellt und auf ihrer Grundlage die Legenden für die einzelnen Karten erzeugt. Im nächsten Arbeitsschritt wurde das Ortsnetz des Atlasses angelegt und mithilfe sprachgeographischer Werkzeuge die linguistischen Informationen der Sprachkarten mit den geographischen Informationen verknüpft. Nach Abschluss dieses Arbeitsschrittes wurde jedem Erhebungsort einer Karte seine jeweilige linguistische Information zugewiesen. Ein Großteil der phonologischen und morphologischen Karten des SOB kann aus der REDE-Datenbank generiert werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst. Wir danken dem Herausgeber für das freundliche Bereitstellen der Daten.

Mithilfe des oben beschriebenen Verfahrens wurden 412 Karten des SOB im Projekt REDE bearbeitet und dem Nutzer zur Verfügung gestellt.

Die Karten wurden von Alena Dörr, Jasmina Koy, Lisa Reimann und Verena Wagner ditigal aufbereitet.

 

Die wortgeographischen Karten des SOB werden via Scan und Geokodierung in REDE integriert. Hierzu werden die Karten zunächst gescannt, geokodiert und rektifiziert. Das heißt bestimmten Passpunkten der gescannten Karte werden Koordinaten zugewiesen, anhand derer eine Ausrichtung am Zentralmeridian der zugrunde liegenden Projektion ermöglicht wird. Die so bearbeiteten Karten werden unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinander gelegt und miteinander verglichen können werden.

 

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

4. SOB im Vorgängerprojekt DiWA

4.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 36 Karten des SOB ausgewählt, die morphologische Phänomene abbilden.

Die Karten wurden von Julia Stiegler digital aufbereitet.

4.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h. bestimmten Punkten wurden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wird die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist.

 

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