herausgegeben von Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred

 

Inhalt

1. Zitation

1.1 Einführung

1.2 Kartenband

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

2.2 Erhebungsgebiet

2.3 Erhebunszeitraum

2.4 Erhebungsmethode

2.5 Kartierung

2.6 Umfang

2.7 Weitere Informationen

3. Integration der Karten in REDE

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Eine gesonderte Einführung in den SRN liegt nicht vor. Diese befindet sich im Kartenband des SRN und als Beschreibung des Nebenprojekts in der Einführung zum Sprachatlas von Mittelfranken (SMF):

Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003): Sprachatlas von Mittelfranken. Einführung. Unter Mitarbeit von Sybille Reichel, Steffen Arzberger, Thurid Heyse, Alexander Mang, Horst Haider Munske, Karin Rädle, Stefanie Rigoll, Gerhard Rost, Claudia Rudisch und Cosima Schlichte. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter.

1.2 Kartenband

Mang, Alexander (2004): Sprachregion Nürnberg. In: Munske, Horst Haider und Klepsch, Alfred (Hrsg.) (2003 ff.): Sprachatlas von Mittelfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 2). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Der Kartenband „Sprachregion Nürnberg“ ist Teil des Sprachatlas von Mittelfranken (SMF). Das von Mang in der Einleitung zum SRN formulierte Ziel besteht darin, „der besonderen Situation des Dialekts im städtischen Ballungsraum“ Nürnberg Rechnung zu tragen, denn „[i]n diesem Gebiet wird nicht die Grundmundart des Nürnberger Raumes gesprochen. Vielmehr sind unterschiedliche Varietäten zu beobachten, die modellhaft an verschiedenen Punkten des Dialekt-Standard-Kontinuums vorzustellen sind.“ (Mang 2004: 1) Im Zentrum des Forschungsinteresses des SRN steht „die Abbildung mundartlicher Variation mit kartographischen Mitteln, die eine Weiterentwicklung der „kontrastiven Sprachkartographie“ […] darstellen. Diese Zielsetzung unterscheidet den vorliegenden Band von den übrigen Kartenbänden des Sprachatlas von Mittelfranken […]“ (Mang 2004: 1).

2.2 Erhebungsgebiet

„Das Untersuchungsgebiet […] ist der Nürnberger Ballungsraum. Dieser liegt im Nordosten des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken.“ (Mang 2004: 1) Eingeschlossen in die Untersuchungen sind die Orte Fürth, Lauf an der Pegnitz und Schwabach. Der Nürnberger Ballungsraum wurde zudem „in neun Erhebungszonen eingeteilt, die durch ihre relative Lage zum Stadtzentrum von Nürnberg definiert sind.“ (Mang 2004: 13) Eine ausführliche Beschreibung der Erhebungszonen findet sich im Anhang des SRN (Mang 2004: 584–590). Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich in nordsüdlicher Richtung von Röckenhof bis Gauchsdorf (bei Schwabach) und in westöstlicher Richtung von Buttendorf (bei Roßtal) bis Lauf an der Pegnitz. Die Grundkarte (Maßstab 1:175.000) zeigt das Gebiet mit den Erhebungsorten.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SRN wurden von 1990 bis 1999 erhoben.

2.4 Erhebungsmethode

Befragt wurden insgesamt 144 sowohl weibliche als auch männliche ortsfeste Sprecher aus den verschiedenen Erhebungszonen des SRN. Die befragten Berufsgruppen waren Landwirte, Handwerker (beide als manuell tätig gekennzeichnet) und Angestellte (als nicht manuell tätig gekennzeichnet). Innerhalb der Berufsgruppen wurden die Daten dreier Altersgruppen verwendet: ältere Generation (über 60-Jährige), mittlere Generation (zwischen 35- und 55-Jährige) und jüngere Generation (unter 30-Jährige). Bei den Landwirten wurde auf die jüngere Generation aufgrund von Erhebungsschwierigkeiten verzichtet.

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie vor Ort unter Verwendung „halbstandardisierte[n] Interviews“ (Mang 2004: 11) abgefragt wurden. Die Daten wurden nach den Konventionen des SMF mittels Teuthonista transkribiert. Ein Überblick über das verwendete Lautsystem findet sich in der Einführung in den SMF (Klepsch 2003: 45). Das Fragebuch des SRN stellt „eine Teilmenge der Fragen für die SMF-Vollerhebungen“ dar. Das Fragebuch des SMF selbst ist in 55 Sachgebiete unterteilt und beinhaltet 2.808 Fragen, mit deren Hilfe der Wortschatz und alle sprachgeographisch relevanten Laut-, Flexions- und Satzbauphänomene des mittelfränkischen Dialekts systematisch erfasst werden sollten (vgl. Klepsch 2003: 38). Im Fokus des Forschungsinteresses des SRN lag der „mundartliche Tonsilbenvokalismus“, weshalb im SRN „wesentlich mehr Sprachkarten zu lautlichen Themen als zu morphologischen oder lexikalischen Fragestellungen enthalten“ sind (Mang 2004: 10).

Exploratoren des SRN waren Gabriele Diewald, Margit Feyerlein, Wolfgang Gräbel, Rudolf Kleinöder, Alfred Klepsch, Alexander Mang, Sybille Reichel, Wolfgang Schwarz und H. Stern.

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde. Die Karten sind in Abhängigkeit von den sozialen Gruppen der Sprecher (s. 2.4) in mehrere Teilkarten unterteilt. Sie enthalten neben den Punkt-Symbolen schematische Einzeichnungen und Kürzel der Erhebungszonen.

 

Beispiel aus Mang (2004): Kt. 6c

 

2.6. Umfang

Mit Abschluss der Arbeiten am SRN liegen 442 Karten zu phonetisch-phonologischen Phänomenen, 72 Karten zu morpho(-syntaktischen) Phänomenen und fünf Karten zu lexikalischen Phänomenen sowie sieben außersprachliche Interpretamentkarten vor. Der SRN liegt seit 2004 in einem Band publiziert vor.

2.7 Weitere Informationen

Bibliographische Hinweise zu den Varietäten und Sprechlagen des Ballungsraums Nürnberg sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. Integration der Karten in REDE via Scan und Georeferenzierung

Die kartierten Daten des SRN wurden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu wurden die Karten zunächst gescannt, geokodiert und rektifiziert. Das heißt bestimmten Passpunkten der gescannten Karte wurden Koordinaten zugewiesen, anhand derer eine Ausrichtung am Zentralmeridian der zugrunde liegenden Projektion ermöglicht wird. Die so bearbeiteten Karten können unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinander gelegt und miteinander verglichen werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst.

Mithilfe der oben beschriebenen Verfahren wurden alle 526 Karten des SRN bearbeitet und dem REDE-Nutzer zur Verfügung gestellt.

Die Karten wurden von Saskia Peter und Natalia Sablin digital aufbereitet.