Akademie der Wissenschaften und der Literatur - Mainz

Sprachatlas von Unterfranken (SUF)

herausgegeben von Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard

 

1. Zitation

1.1 Einführung

Ein gesonderter Einführungsband in den SUF liegt nicht vor. Die Einführung befindet sich im Kartenband Nr. 5 des SUF. Jedem Kartenband ist zusätzlich eine Einführung zu den entsprechenden Karten vorangestellt.

1.2 Kartenbände

Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2009): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 1: König, Almut und Fritz-Scheuplein, Monika (2006): Lautgeographie I (Kurzvokale) und Lautgeographie II (Konsonanten). In: Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2008): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 2: Krämer-Neubert, Sabine und Blidschun, Claudia (2007): Lautgeographie III (Langvokale) und Lautgeographie IV (Diphthonge). In: Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2008): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayrischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 3: Bayer-Weghake, Marion/Simon, Elke und Herbst, Oliver (2008): Formengeographie I (Nomen und Pronomen) und Formengeographie II (Verb). In: Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2008): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayrischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 4: Baumann, Roland und Grimm, Manuela (2009): Wortgeographie I und Wortgeographie II. In: Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2008): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayrischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 5: Wichtermann, Jens und Bayha, Karin (2005): Wortgeographie III und Wortgeographie IV. In: Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2008): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayrischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Band 6: Düchs, Karin und Simon, Elke (2007): Wortgeographie V und Wortgeographie VI. In: Krämer-Neubert, Sabine und Wolf, Norbert Richard (Hrsg.) (2005–2008): Sprachatlas von Unterfranken. (Bayerischer Sprachatlas: Regionalteil 3). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

 

2. Werkbeschreibung

2.1 Hintergründe

Das in der Einleitung zum SUF formulierte Ziel besteht darin, „ein Grundlagenwerk zu schaffen, das eine genaue Übersicht über die regionalen Dialekte Unterfrankens bietet“ (Wichtermann/Bayha 2005: 12).

2.2 Erhebungsgebiet

Die 182 Erhebungsorte des SUF im Gebiet Unterfranken erstrecken sich in nordsüdlicher Richtung von Weimarschmieden bis Baldersheim/Burgerroth und in westöstlicher Richtung von Boxbrunn bis Sendelbach.

Die Grundkarte (Maßstab 1: 500.000) zeigt das Gebiet mit den Erhebungsorten sowie hydrographische Informationen.

2.3 Erhebungszeitraum

Die Daten des SUF wurden von 1990 bis 1996 erhoben (vgl. Wichtermann/Bayha 2005: 12).

2.4 Erhebungsmethode

Befragt wurden Dialektsprecher des Erhebungsgebietes des SUF, die älter als 60 Jahre waren und mindestens in der zweiten Generation vor Ort lebten. Die Informanten waren in landwirtschaftlichen oder handwerklichen Berufen tätig (vgl. Wichtermann/Bayha 2005: 12).

Die Sprachdaten wurden direkt erhoben, indem sie zunächst vor Ort von den Exploratoren aufgenommen und dann mittels Teuthonista transkribiert wurden. Die phonetischen Transkriptionen wurden durch Tonbandaufnahmen ergänzt. Das Fragebuch beinhaltet ca. 2.800 Fragen, mit deren Hilfe der Wortschatz und alle sprachgegographisch relevanten Laut-, Flexions- und Satzbauphänomene des unterfränkischen Dialekts systematisch erfasst werden sollten (vgl. Wichtermann/Bayha 2005: 12).

Exploratoren des SUF waren Monika Fritz-Scheuplein, Almut König, Sabine Krämer-Neubert und Gunther Schunk.

2.5 Kartierung

Die Darstellung des erhobenen Materials in Form von Punkt-Symbol-Karten, auf denen die verschiedenen sprachlichen Phänomene durch Symbole an den Ortspunkten markiert wurden, folgt der germanischen Tradition. Die Aufschlüsselung der Symbole erfolgt in der Legende, die der Karte beigegeben wurde. Weitere Informationen zu dem Material und der Kartierung der einzelnen Karten finden sich in den Bänden 1 und 2 in einem separaten Kommentarteil, der vor dem Kartenteil abgedruckt ist. In den Bänden 3, 4, 5 und 6 sind diese Informationen den Karten auf der linken Seite vorangestellt, bei besonders komplexen Karten „wird der Kommentar im Anhang unter dem Kapitel ,Fortsetzung Kartenkommentare’ fortgeführt“ (Wichtermann/Bayha 2005: 12).

2.6 Umfang

Mit Abschluss der Arbeiten am SUF liegen insgesamt 385 Karten zu phonetisch-phonologischen, 231 Karten zu morphologischen, 316 Karten zu lexikalischen Phänomenen und zwei Karten zu syntaktischen Phänomenen in insgesamt sechs Bänden vor. Dem Werk sind vier außersprachliche Interpretamentkarten beigegeben, die in fast jedem Kartenband abgedruckt sind. Der erste Band ist 2005, der letzte Band 2008 erschienen.

2.7 Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Homepage des SUF. Für weiteres Material zum SUF s. Homepage der BayDat.

Bibliographische Hinweise zu dem Dialekt des unterfränkischen Gebiets sind in der Georeferenzierten Online-Bibliographie zur Areallinguistik (GOBA) zu finden.

 

3. Integration der Karten in REDE via Scan und Georeferenzierung

Die kartierten Daten des SUF wurden in REDE in eine zentrale Datenbank überführt, die eine kompatible Darstellung und vergleichende Analyse für den Nutzer ermöglicht. Hierzu wurden die Karten zunächst gescannt, geokodiert und rektifiziert. Das heißt bestimmten Passpunkten der gescannten Karte wurden Koordinaten zugewiesen, anhand derer eine Ausrichtung am Zentralmeridian der zugrunde liegenden Projektion ermöglicht wird. Die so bearbeiteten Karten können unabhängig von Größe, Zoomstufe oder Maßstab exakt übereinander gelegt und miteinander verglichen werden. Um dem Nutzer eine möglichst komfortable Suchfunktion und zentrale atlasspezifische Informationen zu bieten, wurden für jede Karte alle relevanten Metadaten erfasst.

Mithilfe des oben beschriebenen Verfahrens wurden 773 Karten des SUF im Projekt REDE bearbeitet und dem Nutzer zur Verfügung gestellt.

Die Karten wurden von Alena Dörr und Verena Wagner digital aufbereitet.

 

Seit 2009 steht das SprachGIS in REDE mit dem gesamten Datenbestand von DiWA als Nachfolger und Erweiterung zur Verfügung.

4. SUF im Vorgängerprojekt DiWA

4.1 Anzahl und digitale Aufbereitung der ausgewählten Karten

Für das Projekt DiWA wurden 171 Karten des SUF ausgewählt, die phonetisch-phonologische, morphologische und lexikalische Phänomene abbilden.

Die Karten wurden von Sara Dejanovic, Sophie Christmann, Katharina Zahorak, Philipp Gehring, Lisa Sangmeister und Katrin Ritte digital aufbereitet.

4.2 Überblendung mit den Karten des Sprachatlas des Deutschen Reichs von Georg Wenker

Georg Wenkers „Sprachatlas des Deutschen Reichs“ (Erhebungszeitraum 1876–1887) ist der erste und bis heute umfangreichste Sprachatlas überhaupt (Geschichte). In DiWA wurden die Karten von Wenker erstmals veröffentlicht. Neben der Publikation bestand eines der Ziele des Projekts DiWA darin, die auf den Karten abgebildeten Informationen mit denen moderner Regionalatlanten vergleich- und überblendbar zu machen. Dazu wurden die entsprechenden digitalisierten Karten zunächst geokodiert, d. h., bestimmten Punkten werden Soll-Koordinaten zugewiesen. Bei der anschließenden Rektifizierung wurde die Karte anhand der Passpunkte am Zentralmeridian der zugrundeliegenden Projektion ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine vollständig georeferenzierte Karte, in der die Koordinaten eines jeden Bildpunktes definiert sind und die kompatibel mit jeder anderen auf gleiche Weise rektifizierten Karte ist. Aufgrund verschiedener Faktoren wie des Fehlens eines Koordinatensystems, schematischer Darstellungen und unterschiedlicher Ausgangsprojektionen, Größen und Detailgrade der Grundkarte des SUF können Abweichungen bei der Zielprojektion auftreten. Veränderungen der Flussläufe, das Fehlen eines Koordinatensystems auf den Karten und unterschiedliche Detailgrade führten trotz zahlreicher Geokodierungs- und Optimierungsversuche zu leichten Abweichungen bei der Überblendung mit den Wenkerkarten.

 

Impressum | Site Map | © 2009 - 2016 Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas